Wie du dich mental auf eine Solo-Tour vorbereiten kannst

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Du willst das erste mal alleine auf Tour gehen? Du kannst es kaum erwarten, endlich den Rucksack zu schultern und dich auf den Weg zu machen? Und dennoch hast du manchmal ein mulmiges Gefühl im Bauch und fragst du dich, ob es eine gute Idee ist, alleine zu reisen?

Das ist völlig normal. Immerhin betrittst du Neuland und lässt vieles von dem, was dir Sicherheit gibt, hinter dir. Das erste Mal alleine zu reisen ist besonders aufregend, und du hast meinen vollen Respekt. Lass dich von deinen Zweifeln und Ängsten nicht abhalten! Von deiner Solo-Tour wirst du lange zehren, sie kann dein Leben verändern!

Ich möchte dich ermutigen, wirklich los zu gehen und habe dir 9 Tipps und Tools zusammengestellt, mit denen du dich mental auf deine Solo-Tour vorbereiten kannst. Mögen sie zum Erfolg deiner Tour beitragen und dir helfen, auch großen Herausforderungen mit einem Lächeln zu begegnen.

 

9 Tipps, wie du dich mental auf eine Solo-Tour vorbereiten kannst

1. Schreibe!

Dir wird vor, während und nach der Reise eine Menge durch den Kopf gehen. Halte deine Gedanken fest: Schreibe ein Reisetagebuch. Es wird sich zu einer Schatzruhe entwickeln, die du immer wieder öffnen kannst. Es wird dir bei der Selbstreflexion helfen und dich auf den Weg zurückbringen, wenn Zweifel aufkommen. Und es ist ein guter Freund, falls dich unterwegs die Einsamkeit überfällt.

Schreibe ab sofort alles auf, was dich in Zusammenhang mit deiner Tour bewegt. Nimm ein kleines Schulheft, das du immer bei dir tragen kannst. Nimm dir schon jetzt jeden Tag 5-10 Minuten Zeit und entwickle eine Schreibroutine.

 

2. Mach dir klar, warum du unterwegs bist

Was willst du mit deiner Solo-Tour erreichen? „Ich will mal alleine reisen“ ist nicht der Grund. Da steckt noch mehr hinter. Was genau treibt dich an? Willst du wissen, ob du es alleine packst? Dann geht es dir darum, deine Stärken kennen zu lernen und selbstsicherer zu werden. Bohre tief und mache dir klar, was dein persönliches Ziel ist. Formuliere dein Ziel als ein Satz, den du gleich auf die erste Seite deines Tagebuches schreibst. So hast du es immer vor Augen. Ein Ziel zu haben gibt dir Halt und bewahrt dich vor einer Odyssee.

 

3. Sei dir deiner Bedürfnisse bewusst

Es gibt Dinge, die du für dein Wohlbefinden brauchst. Du brauchst Nahrung, Wärme und Schutz, um überleben zu können. Dazu kommt das Bedürfnis nach Sicherheit, Sauberkeit, sozialen Kontakten, der Wunsch zu lernen, zu wachsen und Sinn im Leben zu finden. Sind deine Bedürfnisse nicht erfüllt, wirst du knatschig, im Extremfall sogar krank.

Es ist gut, wenn du dir schon vor der Tour überlegst, was du brauchst, und auf was du verzichten kannst. Nimm dein Tagebuch und schreibe auf, was dir in puncto Bedürfnisse alles einfällt. Achte bei deiner Reiseplanung darauf, dass die wichtigsten Punkte erfüllt sind. Falls dich unterwegs der Frust packt, schaue dir die Liste an. Höchstwahrscheinlich ist eins deiner Bedürfnisse nicht erfüllt. Finde raus, was los ist und handle entsprechend.

 

4. Kenne deine Stärken

Du hast schon einiges im Leben gewuppt. Du kannst eine ganze Menge – sogar mehr, als du denkst. Trotzdem wirst du dich unterwegs in manchen Situationen hilflos und überfordert fühlen. Die gute Nachricht: Es gibt immer eine Lösung, und du wirst sie finden. Dein Gehirn ist darauf ausgelegt, Lösungen zu suchen und freut sich über neue Herausforderungen. Wichtig ist: Bleib cool! Das fällt umso leichter, je mehr du dir deiner Stärken bewusst bist.

Denke einmal nach, welche schwierigen Situationen es in deinem Leben schon gegeben hat, und wie du sie gelöst hast. Welche deiner Fähigkeiten und Eigenschaften haben dir damals geholfen, und welche hast du aus der Not heraus neu entwickelt?

Mache eine Liste in deinem Reisetagebuch mit deinen Stärken, Skills und Erfahrungen. So kannst du dir immer wieder vor Augen führen, was du schon bewältigt hast. Ist die Situation vor diesem Hintergrund wirklich so schlimm, wie sie auf den ersten Blick scheint?

 

5. Mache einen Plan – und sei bereit, ihn loszulassen

Du wirst deine Reise vorher planen. Zumindest teilweise. Ein Plan ist einer der ersten Schritte, um eine Idee in die Wirklichkeit umzusetzen. Ein Plan gibt Sicherheit. Er bringt dich dazu, dein Vorhaben intensiv zu durchdenken, Möglichkeiten und Schwachstellen aufzudecken und entsprechend vorzusorgen.

Plane besonders die ersten Tage, damit du einen guten Start hast. Aber rechne damit, dass die Dinge auch anders kommen können. Klammer dich nicht zu fest an deinen Plan, sondern höre auf deinen Bauch. Das erfordert eine gewisse Coolness und Vertrauen in die eigene Intuition, und es mag dir anfangs gegen den Strich gehen. Aber, wie so oft, ist das alles eine reine Trainingssache. Du wirst sicherer, je öfter du mit Überraschungen konfrontiert wirst. Wichtig ist, dass du dein Ziel vor Augen behältst. Wege gibt es immer mehrere.

 

6. Genieße das Alleinsein

Es gibt Leute, die gut mit sich alleine sein können, und solche, die vor dem Alleinsein Angst haben. Menschen sind soziale Wesen und das Alleinsein entspricht nicht unserem natürlichen Zustand. Für einen Einzelnen sind die Überlebenschancen geringer. Trotzdem haben sich Menschen schon immer von der Gemeinschaft zurückgezogen, sei es zu spirituellen Zwecken, oder um sich selbst zu erforschen.

Es mag dich anfangs Überwindung kosten, ganz alleine loszugehen. Wenn du im Alltag nie oder nur selten alleine bist, solltest du das vor deiner Tour unbedingt üben. Fang klein an. Nimm dir täglich eine halbe Stunde Zeit, in der du dich zurückziehst und auf deine Reise vorbereitest. Geh außerdem für ein paar Stunden in die Natur. Fahre ein paar Tage weg. Geh alleine in ein Restaurant. Schreibe auf, wie es dir dabei geht. Mit der Zeit wirst du das Alleinsein zu schätzen lernen.

 

7. Gib dir Anerkennung

Deine Solo-Tour verdient Anerkennung. Du solltest dir hin und wieder mal selbst so richtig auf die Schultern klopfen. Was hast du schon erreicht? Wie weit bist du gekommen? Welche Situation hast du unterwegs gemeistert? Halte inne, mache dir bewusst, was du geschafft hast, und würdige deine Leistung. Feier deine Erfolge – entweder mit einem kleinen Ritual, oder ganz spontan.

 

8. Mach Pausen

Reisen ist eine turbulente Angelegenheit. Hinter jeder Ecke wartet ein neues Abenteuer. Du willst immer weiter, so viel wie möglich erleben und jeden Moment deiner Freiheit bis zum letzten auskosten.

Stopp!

Auch wenn die Verlockung nach immer neuen Erlebnissen groß ist: Mach Pause! Nimm dir Zeit, die Eindrücke zu verdauen. Vermeide es, dich komplett zu verausgaben. Erschöpfung ist nicht der Zustand, den du anstrebst. Besonders dann, wenn deine Tour mit körperlicher Anstrengung verbunden ist, solltest du von vornherein Pausen(tage) einplanen. Höre auf deinen Körper und gib ihm Zeit zum Regenerieren. Ich gebe, wenn ich alleine wandere, nie 100%. Du brauchst Reserven, falls ein Notfall eintritt.

Gehe sorgfältig mit deiner Zeit um und erliege nicht allen Möglichkeiten und Verlockungen, Frage dich immer weder: Was will ich mit der Reise bezwecken? Mache hin und wieder eine Zwischenbilanz: Bin ich auf dem richtigen Weg? Was hat mir die Tour bisher gegeben? Was habe ich noch vor?

 

9. Lass dich nicht von deiner Angst überwältigen

Egal, wie oft und wie lange du alleine reist, es wird immer Momente geben, in denen dich die Angst überkommt. Angst ist an und für sich nichts Schlimmes, sie dient deinem Schutz. Du musst sie akzeptieren.

Die Frage ist: Wie gehst du mit Angst um, damit sie dich nicht blockiert? Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um akute Gefahrensituationen. Ich meine vielmehr die Art von Angst, die dich nachts wach hält und an deinem Vorhaben zweifeln lässt. Diese Angst entsteht durch Bilder und Gedanken, die du in deinem Kopf fabrizierst. Deine Phantasie erschafft Szenen, die dich beunruhigen. Tatsächlich gibt es aber gar keine reale Bedrohung.

Trotzdem ist diese Angst da. Was kannst du tun, wenn dich der Mut verlässt und Selbstzweifel überfallen?

Grundsätzlich: Stopp dein Gedankenkarussell und entziehe damit deiner Angst die Grundlage. Halte inne, atme tief durch und entspann dich.

Sieh dir die Liste deiner Stärken und das Ziel an, das du dir für deine Reise vorgenommen hast. Formuliere daraus eine Affirmation, die du mantramäßig im Geist oder laut gesprochen wiederholst.

Beispiel: „Ich werde alleine von Léon nach Santiago de Compostela wandern und alle Herausforderungen mit meinem Durchhaltevermögen, meinem Humor, meiner Lernfähigkeit, meinem Mut und meiner Zielstrebigkeit meistern.“

Ändere deine Körperhaltung. Deine Stimmung zeigt sich in deiner Körperhaltung. Du kannst den Spieß umdrehen und mit deiner Haltung deine Emotionen beeinflussen. Mach dich groß, wenn die Angst dich klein macht! Stell dich gerade und aufrecht hin, strecke die Arme hoch, geh in die Siegerpose! Hebe den Kopf und drück den Rücken durch. Spreche dabei deine Affirmation laut aus. Mach das 2-3 Minuten lang. Es ist erwiesen, dass diese Haltung den Hormonhaushalt verändert (!) und dadurch mehr Selbstsicherheit gibt. Probiere es aus!

 

So, jetzt hast du die ersten Schritte deiner Solo-Tour gemacht. Du kennst dein Ziel, deine Bedürfnisse und deine Stärken. Du weißt, wo du hin willst und hast einen Plan. Du kennst wirkungsvolle Tools, die dir in schwierigen Situationen helfen. Du bist sicher, dass du es schaffst und kannst es kaum erwarten, endlich den Rucksack zu packen und dich ins Abenteuer zu stürzen.

Brauchst du noch was? Lass es mich wissen.

Ich würde mich freuen, wenn du deine Erlebnisse und Erfahrungen, die du mit den 9 Tipps gemacht hast, mit uns teilst.

Walk your way!

Deine Judith

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