Alleine wandern in Cornwall – der South West Coast Path

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Cornwall ist ein super Reiseziel für eine Solo-Tour, und der South West Coast Path gehört zu meinem absoluten Lieblings-Fernwanderwegen. Was mich am Coast Path so begeistert, und warum du in Cornwall sehr gut alleine wandern kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Der South West Coast Path führt über eine Länge von mehr als 1.000 Kilometern immer an der Küste entlang. Er beginnt in Minehead, Somerset, und geht durch Devon und Cornwall bis nach Poole Harbour in Dorset. Das Tolle am Coast Path: Er ist technisch nicht allzu anspruchsvoll und daher auch für Anfänger gut geeignet. Allerdings geht es manchmal viel auf und ab, und die Etappen können lang sein. Eine gute Kondition ist von Vorteil.

Warum Wandern in Cornwall ein Traum ist

Eine Bilderbuchlandschaft

Cornwall ist wunderschön. Die kornische Landschaft ist eine einzigartige Kombination aus rauer Steilküste, kilometerlangen Sandstränden, verwunschenen Eichenwäldern und malerischen Fischerorten. Viele Küstenabschnitte stehen unter Schutz, und man läuft teilweise durch richtig einsame Gegend, begleitet vom Tosen der Wellen, dem Duft des Ginsters und dem Gesang der Feldlerche. Die beste Zeit, um in Cornwall zu wandern, ist Mai. Dann blühen die Wildblumen, und die Küste ist ein einziger Steingarten.

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Vorbildliche Infrastruktur

Der South West Coast Path bietet optimale Voraussetzungen zum alleine Wandern: Er ist über seine ganze Länge hervorragend markiert und ausgeschildert. Auf der offiziellen Website des Coast Path findest du wirklich alle Infos, die du brauchst: Etappenlängen, Höhenprofile, Unterkünfte, Sehenswürdigkeiten, Events, Infos zur Anreise und sogar eine Seite, die dir hilft, deinen allerersten Trip zu planen.

Unterwegs kommst du in regelmäßigen Abständen durch Orte, in denen du einkaufen oder einkehren kannst. An den großen Stränden gibt es Cafés mit superleckeren Krabben-Sandwiches, Pasties (Teigtaschen, eine kornische Spezialität), Kuchen und Eis. Verhungern tust du nicht.

Unterkünfte gibt es in jeder Preisklasse: Campingplätze, Hostels, B&Bs, Hotels. In der Hauptsaison (Juli/August) musst du die Unterkünfte unbedingt vorher buchen!

Viele Ort sind mit dem öffentlichen Bus erreichbar.

 

Angenehmes Wanderwetter

Cornwall hat das perfekte Klima zum Wandern. Es ist ausgesprochen mild und außerdem sonniger, als man gemeinhin denkt. Es wird nie zu heiß, und es gibt nur selten Gewitter. Das Wetter ändert sich sehr schnell, was auch bedeutet, dass Regen meistens nicht von langer Dauer ist. Ich bin am liebsten im Mai unterwegs. Es kann dann zwar ein kühler Wind wehen – besonders an der Atlantikküste – , aber dafür gibt es zu dieser Jahreszeit ein schönes, klares Licht, in dem die Farben besonders toll leuchten.

An der Nordküste Cornwalls ist das Klima rauer, hier spürt man den Atlantik! Die Südlüste ist sehr mild, sie wird auch die englische Riviera genannt. Hier liegen die vielen großen Parks und Gärten, die für ihre exotischen Pflanzen berühmt sind.

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Nette und hilfsbereite Menschen

Wenn du in Cornwall alleine wanderst, wirst du schnell mit Leuten ins Gespräch kommen. Auf dem Coast Path geht man nie grußlos aneinander vorbei! Einem freundlichen „Good morning“ folgt häufig „What a lovely day!“ oder eine Bemerkung zum Wetter. Auch im Bus oder Pub wird Smalltalk betrieben. Ich habe die Menschen in Cornwall als ausgesprochen freundlich, interessiert und hilfsbereit erlebt.

 

Wandern in Cornwall ist sicher

Du kannst dich nicht verlaufen. Das Gelände ist technisch nicht schwierig. Es gibt keine wilden Tiere. Wetterextreme sind selten. Zivilisation ist in erreichbarer Nähe, und auch auf dem Coast Path wirst du immer wieder Menschen treffen. Du hast allerdings nicht überall Handyempfang.

 

Es gibt noch ruhige Ecken

Cornwall ist die beliebteste Ferienregion Englands. Dafür ist es immer wieder erstaunlich, wie ruhig es auf vielen Abschnitten des Coast Paths zugeht. Selbst in der Hochsaison kann es vorkommen, dass du beim Wandern über den Tag mal gerade einem Dutzend Menschen begegnest. Das hängt natürlich sehr davon ab, wo du unterwegs bist: Wenn ein Ferienort, Strand oder eine Sehenswürdigkeit in der Nähe ist, kann es auch auf dem Coast Path voll werden.

 

Die andere Seite Cornwalls

Auch das solltest du wissen: Cornwall ist, bedingt durch den Niedergang von Fischerei und Bergbau, eine bitterarme Region. Der Tourismus gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen, pro Jahr kommen rund 4,5 Mio. Besucher. Viele reiche Briten haben in Cornwall ein Sommerhaus oder Zweitwohnsitz. Das treibt die Preise in die Höhe. Doch die Löhne der Einheimischen liegen deutlich unter dem Landesdurchschnitt, es mangelt außerdem an attraktiven Jobs, und viele junge Leute ziehen weg.

Auf dem Coast Path wirst du von all dem nicht viel mitkriegen, und die Einheimischen sind viel zu höflich, als dass sie dich mit ihren Problemen belästigen würden. Aber: Just keep it in mind – falls du mal in Versuchung kommen solltest, dich über hohe Preise und bescheidene Unterkünfte aufzuregen.

 

Wandern auf dem South West Coast Path

Ich möchte dir nun ein paar Abschnitte des Coast Paths vorstellen, die ich selbst gewandert bin. Eine lückenlose Beschreibung aller Etappen findest du auf der Website des Coast Path

Du wirst wahrscheinlich nicht den ganzen South West Coast Path in einem Rutsch laufen. Das sind immerhin über 1.000 Kilometer! Wenn du dir einen Teilabschnitt heraus pickst, stellt sich als erstes die Frage, ob du an die raue Nord- oder liebliche Südküste willst. Ferner solltest du dir überlegen, was du dir an Höhenmetern zutraust.

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Wilde Atlantikküste

Crackington Haven – Padstow, 4-5 Tage

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Im Norden macht sich der Atlantik bemerkbar. Es weht fast immer ein kräftiger Wind. Die Landschaft ist weit und offen. Östlich des Badeortes Polzeath ist die Küste rau und felsig. Du läufst meistens oben auf den Klippen, unter dir liegen Buchten mit wunderschönen, teils sehr einsamen Stränden. Da der Coast Path immer wieder vom Plateau runter in die Taleinschnitte und zu den Stränden führt, machst du in diesem Abschnitt so einiges an Höhenmetern. An- und Abstiege von 60 – 70 Metern sind keine Seltenheit, und davon hast du mehrere am Tag.

In diesem Küstenabschnitt liegt der Orte Tintagel mit seiner berühmten Burgruine und das idyllische Port Isaac, jedem Briten bekannt durch die Doc Martin-Serie. Beide Orte sind beliebte Touri-Spots, aber insgesamt ist die Gegend auch in der Hochsaison sehr ruhig.

 

Traumstrände

Padstow – St Ives, 5 Tage

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Westlich von Polzeath ist im Hochsommer halligalli. Hier liegen die großen Strände, für die Cornwall berühmt ist: Watergate Bay, Fistral Beach, Perranporth Beach, St Ives Bay – um nur einige zu nennen. Die Küste ist sanfter, als im Osten, der Coast Path ist einfach zu laufen und daher sehr gut für Einsteiger geeignet. Du hast recht gute Busverbindungen und eine große Auswahl an Unterkünften, die du aber im Juli und August vorbuchen solltest.

 

Rund um Land’s End

St Ives – Mousehole, 4 Tage

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Dieser Abschnitt des Coast Path ist besonders abwechslungsreich. Es geht unter anderem durch ein ehemaliges Bergbaugebiet, das heute als UNESCO Welterbe unter Schutz steht, vorbei an Land’s End, dem westlichsten Punkt Englands (auf dem Festland) und entlang einer wunderschönen Granitküste mit malerischen Buchten und türkisblauem Wasser. Die Gegend ist teilweise sehr dünn besiedelt. Porthcurno Beach ist ein absoluter Traumstrand und das nebenan gelegene, in Stein gehauene Minack Theatre eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Cornwall. Der Coast Path variiert ist in seinem Schwierigkeitsgrad von sehr einfach bis sehr anspruchsvoll. Besonders der Abschnitt zwischen Zennor und Pendeen ist extrem steinig und mühsam zu gehen. Bei einige Etappen machst du 600 – 700 Höhenmeter.

 

Die englische Riviera

St Mawes – Looe, 4-5 Tage

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Im Süden grenzt Cornwall an den Ärmelkanal. Das Klima ist milder als im Norden, die Vegetation üppiger und die Landschaft lieblich und verwunschen. Du kommst durch malerische Fischerorte wie Mevagissey und Polperro, vorbei an versteckten Buchten und einsamen Stränden. Hier blühte früher der Schmuggel! An der Südküste liegen viele berühmte Gärten, wie zum Beispiel die Lost Gardens of Heligan. In dem milden Klima gedeihen Bambus, Baumfarne, Palmen und Rhododendron.

Der Coast Path wird auch hier nach Osten hin anspruchsvoller: Die Roseland-Halbinsel, östlich von St Mawes, ist noch relativ flach, der Weg macht kaum Höhenmeter und ist sehr einfach zu laufen. Ab Portloe wird das Wandern anspruchsvoller, es geht teilweise recht steil auf und ab, was eine solide Kondition erfordert.

 

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Cornwall gehört zu den Orten, an die ich immer wieder zurück kehre. Ich werde auch in Zukunft auf dem Coast Path unterwegs sein, und, wer weiß, vielleicht laufen wir uns eines Tages über den Weg!

Bist du selbst schon mal in Cornwall gewandert? Wie sind deine Erfahrungen mit dem South West Coast Path? Lass es uns wissen.

Walk your way!

Deine Judith

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