Trekking-Training: Mit Rucksack und Zelt durch die Eifel

„War ja alles gar nicht so schlimm“

In dieser Hinsicht waren sich beim Trekking-Training alle einig: Weder der große Rucksack noch die Nächte im Zelt waren ein großes Problem. Die meisten waren Anfänger in Sachen Trekking und hatten Schlimmeres befürchtet: dass der Rucksack zu schwer wird, der Rücken sich gegen die Isomatte wehrt, dass es nicht genug zu essen gibt, dass das Tempo zu schnell und das Wetter zu schlecht ist.

Und genau dafür ist das Training gedacht: Es soll Anfängern die Gelegenheit geben, Trekking einfach mal auszuprobieren und festzustellen, wie „schlimm“ es wirklich ist. Das Ganze unter professioneller Leitung und zusammen mit Gleichgesinnten.

 

Sibirische Nächte

Tatsächlich machte es die Eifel den Trekking-Anfängern nicht leicht: Gleich in der ersten Nacht sanken die Temperaturen unter Null. Das ist Ende April selbst für eine Gegend, die auch als „Rheinisch Sibirien“ bekannt ist, ungewöhnlich. Tagsüber wurden wir dann fairerweise mit viel Sonne belohnt, die das frische Buchengrün des Kermeter und den tiefblauen Rursee zum Leuchten brachte. Das morgendliche Bibbern war schnell vergessen.

Wie man auch in kalten Nächten im Zelt schön muckelig warm bleibt war eins der vielen Themen, die uns beim Trekking-Training beschäftigten. Warm in den Schlafsack – am besten mit Mütze, Wollsocken und Wärmflasche – war die Devise. Daher verzichteten wir abends auf Outdoor-Küche und langes Draußensitzen und wärmten uns lieber nochmal in den örtlichen Kneipen und Imbissbuden auf. Nebenbei übrigens eine gute Möglichkeit, die kulinarische Vielfalt der Eifel kennen zu lernen: Wie futterten uns durch deutsche, niederländische, syrische, italienische und indische Küche, dazu ein Eifeler Landbier.

 

Der Nationalpark Eifel: ideales Terrain für Trekking-Anfänger

Die Eifel hat als Mittelgebirge zwar nicht die ganz großen Berge – im Nationalpark Eifel geht es auf rund 500 Meter hoch – aber es reicht, um ins Schwitzen zu kommen. Im Nationalpark gibt es ein hervorragendes Netz an gut ausgewiesenen Wanderwegen, so dass sich für alle Ansprüche eine Strecke finden lässt: Man hat die Wahl zwischen langen, sanften Auf- und Abstiegen und kurzen, knackigen Varianten. Wir liefen überwiegend auf Naturpfaden und Forstwegen, in Ortsnähe auch auf Asphalt – auf letzterem qualmten die Socken, die Beine wurden zu Blei. Auch eine Erfahrung.

Gute Wegmarkierungen im Nationalpark machen die Orientierung beim Trekking auch für Anfänger leicht. So richtig verlaufen kann man sich nicht, denn Zivilisation ist immer in der Nähe. Das Trekking-Training ist so ausgelegt, dass man notfalls mit Bus oder Boot zum Ausgangspunkt zurück kehren kann – für den Fall, dass wirklich jemand schlapp macht. (Hat natürlich keiner!)

Die Landschaft im Nationalpark Eifel ist extrem abwechslungsreich, und besonders im April sind die Buchenwälder mit ihrem frischen Grün ein Traum. Am Rande des Nationalparks plätschert der Rursee vor sich hin – man folgt seiner Uferlinie, ohne dass Privatgrundstücke den Zugang versperren. Zum Baden war’s allerdings noch zu kalt: 9°C meinten die Locals.

Die Etappen liegen beim Trekking-Training zwischen 10 und 16 Kilometern bei täglich 250-350 Höhenmetern. Für Anfänger völlig ausreichend. Niemand muss sich gehetzt fühlen, denn wir haben den ganzen Tag Zeit. In den Pausen und nachmittags auf dem Campingplatz ist Zeit für Input: Themen wie Ausrüstung, Sicherheit beim Wandern, Planung von eigenen Touren, Umgang mit Blasen, Zecken und anderen Spielverderbern, die richtige Ernährung, usw. kommen zur Sprache.

 

Learning by doing …

… ist angesagt, wenn es um Orientierung, Rucksack-Packen und die richtige Kleidung geht. Lesen und hören kann man viel, erst wenn man es draußen ausprobiert, wird klar, ob und wie die Sache funktioniert. Zelt abbauen und Rucksack packen geht schon am zweiten Tag viel schneller. Auch der Körper gewöhnt sich überraschend fix an die zusätzliche Last – es sind immerhin 13-16 Kilo, die wir auf dem Buckel tragen.

Alle hatten zu Beginn eine Liste und ein Video zum Thema Ausrüstung und Packen bekommen. „Jedes Gramm zählt“ und „Reduziere, wo immer es geht“ – war die Message. Aber irgendwie schleichen sich dann doch Äpfel, Deo, Flip Flops, die zweite Ersatzhose und dritteTüte Nüsse ins Gepäck. Nach dem Trekking-Training ist man endgültig schlauer: Es findet sich immer was im Rucksack, das man nicht gebraucht hat.

Schmerzen will natürlich niemand, aber sie zeigen uns, wo wir noch was verbessern können: Druckstellen auf den Hüftknochen? Dann nimm den Gürtel aus der Hose. Die Knie jaulen auf beim Abstieg? Probier’s mal mit Wanderstöcken. Problem mit Blasen? Am besten die Füße schon vorher abtapen.

Natürlich spüren wir alle die ungewohnte Belastung im Körper, aber wir selbst entscheiden, wie wir damit umgehen: Thematisiere ich Muskelkater, Kälte und Regen und rede mich damit in eine schlechte Stimmung? Oder nehme ich die Sache als etwas hin, das kommt und geht und irgendwie zum Trekking dazu gehört? Die innere Einstellung ist entscheidend für das Gelingen der Tour – und den Spaß. Und so kommt auch der Regen am letzten Wandertag wie gerufen – und mit ihm die Erkenntnis, dass „es alles gar nicht so schlimm ist“.

 

Infos zum Trekking-Training

Für wen ist das Trekking-Training geeignet?

Das Trekking-Training richtet sich in erster Linie (aber nicht ausschließlich) an Anfänger. Wenn Du

  • gerne wanderst
  • bereits Erfahrungen mit Tagestouren und / oder leichten Trekkingtouren gemacht hast
  • Du das Wandern mit großem Gepäck mal ausprobieren willst
  • Du Dich für eine eigene „große Tour“ vorbereiten möchtest
  • Du im Sommer 2018 mit auf die Lappland-Tour willst

bist Du mit dem Trekking-Training gut bedient.

Unsere Gruppe lag altersmäßig zwischen Ende 20 und Mitte 50. Voraussetzung für die Tour ist eine solide Grundkondition und die Bereitschaft, gegebenenfalls auch mal die Zähne zusammen zu beißen.

Den Termin für das nächste Trekking-Training in der Nordeifel findest Du hier.

 

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