Trekking auf dem Eifelsteig und Lieserpfad

Für eine schöne Tour muss man oft gar nicht weit reisen. In diesem Artikel stelle ich Dir eine dreitägige Trekkingtour in der Eifel vor. Die Wanderung führt erst auf dem Eifelsteig und dann auf dem Lieserpfad von Gerolstein über Daun und Manderscheid nach Wittlich. Es geht mitten durch die Vulkaneifel, vorbei an den berühmten Maaren und durch das stille, einsame Liesertal. Eifelromantik pur!

 

Trekking in der Eifel

Die Eifel umfasst sehr unterschiedliche Naturräume: das Hohe Venn mit seinen weiten Hochmoorflächen, die tief eingeschnittenen Täler der Rureifel, die Vulkaneifel mit ihren Maaren und Quellen und die Kalkeifel. Auf den ersten Blick ist die Eifel einfach nur ein Mittelgebirge mit sehr viel Wald. Aber wenn man genauer hin schaut, hat jede Eifelregion ihre Besonderheiten.

Bei einer Trekkingtour auf dem Eifelsteig kann man die landschaftliche Vielfalt sehr schön erleben. Der Eifelsteig führt in 15-16 Etappen von Kornelimünster im Norden bis nach Trier.

Der Lieserpfad folgt in vier Tagesetappen der Lieser von der Quelle bis zur Mündung. Die Tour gilt als eine der schönsten Trekkingtouren in der Eifel.

Die schönste Gegend zum Wandern ist meiner Meinung nach die Vulkaneifel. Sie ist nicht nur landschaftlich etwas Besonderes, auch das Wandern selbst ist spannend, weil man öfter mal auf kleinen Pfaden und nicht nur auf langweiligen Forstwegen geht.

Auf Eifelsteig und Lieserpfad durch die Vulkaneifel

Diese dreitägige Tour führt auf dem Eifelsteig und Lieserpfad mitten durch die Vulkaneifel.

Vulkane in Deutschland? Tatsächlich gab es in der Eifel noch vor rund 10.000 Jahren (also aus Sicht der Geologen vor Kurzem) Vulkanausbrüche! Bergkegel, die sich bei genauem Hinsehen als Vulkane entpuppen, Maare, die durch Wasserdampfexplosionen entstanden sind, Basaltfelsen und kohlensäurehaltige Quellen – immer wieder stößt man beim Wandern auf Zeugen einer gewaltigen Naturkraft. Und die Vulkane sind noch nicht erloschen – unter der Eifel brodelt es!

Neben der Vulkanlandschaft ist das Tal der Lieser eine weitere Attraktion auf dieser Tour. Das Tal ist in weiten Teilen wirklich einsam. Dort, wo wir wandern, gibt es keine Straße – und damit auch keinen Verkehrslärm! So was hat man in Deutschland selten. Der Weg selbst ist teilweise ein schmaler Pfad, der sich oberhalb des Flusses an den Hang schmiegt. Immer wieder laden schöne Aussichtspunkte zu einer Pause ein. Der Lieserpfad gilt zu Recht als einer der schönsten Wanderwege Deutschlands.

Allgemeine Infos zur Tour

  • 3 Etappen, jeweils um die 23 km
  • Start: Gerolstein
  • Ende: Wittlich

Anreise

Mit der Bahn nach Gerolstein und zurück ab Wittlich (der Wittlicher Bahnhof liegt ca. 4 km außerhalb, es fährt ein Bus ab Wittlich ZOB zum Bahnhof)

Wenn Du Dein Auto in Gerolstein lässt, kannst Du am Ende der Tour von Wittlich mit dem Bus zurück fahren. Fahrtzeit ca. 2 Std. mit Umstieg in Daun.

Unterkünfte

Man kann die Tour mit festen Unterkünften machen oder mit Zelt.

In Gerolstein, Daun und Manderscheid gibt es – neben diversen Hotels und Gästehäusern – Jugendherbergen:

Einzelzimmer inkl. Frühstück und Kurtaxe zwischen 31,- und 36,- €.

Campingplätze:

Da die Region ein beliebtes Urlaubsziel ist, solltest Du Unterkünfte immer vorbuchen.

Beste Reisezeit

Mitte-Ende April, wenn die Buchen gerade grün werden.

Ende Oktober-Anfang November, wenn das Laub bunt wird.

Der Abschnitt durch das Liesertal ist sehr beliebt und an Wochenenden stark frequentiert. Wenn Du Deine Ruhe haben willst, gehst Du am besten in der Woche.

Orientierung

Eifelsteig und Lieserpfad sind sehr gut beschildert. Trotzdem solltest Du eine Wanderkarte, eine App oder ein GPS-Gerät mitnehmen. Sehr gut sind die Karten des Eifelvereins. Dummerweise brauchst Du für die Tour drei Karten: Nr. 19 (Gerolstein), Nr. 29 (Daun) und Nr. 33 (Manderscheid).

Zur allgemeinen Übersicht reicht allerdings auch die Rad- und Wanderkarte „Eifel, Maare und Vulkane“ in 1:50.000

Ist die Tour für Einsteiger geeignet?

Jaaa, aber … Es geht ziemlich viel auf uns ab, und die Strecken sind lang. Die Gehzeiten (ohne Pausen) liegen zwischen 6 und 7 Stunden – bei schlechtem Wetter auch durchaus länger. Eine solide Grundkondition ist daher von Vorteil.

Die Wege sind technisch einfach, mit Ausnahme einiger Passsagen im Liesertal, wo der Weg auf einem schmalen Sims oberhalb der Lieser verläuft. Da musst Du trittsicher und schwindelfrei sein.

Wenn das Deine erste Trekkingtour ist, solltest Du vorher schon mal über 20 km gewandert sein. Plane großzügig Zeit ein, damit Du Pausen machen kannst und nicht in Stress gerätst. Beachte auch, das es ab Anfang November schon sehr früh dunkel wird.

 

Die Etappen

Tag 1: Auf einsamen Forstwegen

Eifelsteig Etappe 10 von Gerolstein nach Daun 23 km, ca. +670/-620 Hm

Die Tour beginnt in Gerolstein, den meisten bekannt wegen seines Sprudels. Im Kurpark kannst Du Dir an der Helenenquelle gutes Mineralwasser für unterwegs abzapfen. Ist nur ca. 5 Minuten vom Bahnhof entfernt.

Hinter Gerolstein geht’s dann gleich zur Sache: Der Eifelsteig führt hoch auf die Dietzenley (617 NN), den höchsten Berg im Gerolsteiner Land. Belohnt wird die Anstrengung mit einem tollen Blick vom Aussichtsturm. Der Berg ist vulkanischen Ursprungs, und Du kannst sehr schön einige Basaltsteine sehen, die schon von den Kelten für den Bau einer Fliehburg genutzt wurden.

Die nächsten 6 Kilometer führen auf bequemen Forstwegen durch Wald. Auf diesem Abschnitt trifft man nur wenige Wanderer. Hinter dem kleinen Ort Neroth geht es dann steil hoch auf den Nerohter Kopf (652 NN). Auf der Kuppe des erloschenen Vulkans sind die Ruinen einer mittelalterlichen Burg zu sehen. In der Höhle unterhalb der Burg wurden früher Mühlensteine gebrochen.

Der Nerother Kopf gehört zu einem Doppelvulkan und hatte ursprünglich mal einen Nachbarn, der aber der Basaltgewinnung zum Opfer fiel. Hinter dem Nerother Kopf kommt man über eine weite Hochfläche mit toller Aussicht. Die letzten Kilometer führen durch Wald und Feld und den kleine Ort Neunkirchen nach Daun.

 

Tag 2: Maare und Einstieg ins Liesertal

Eifelsteig Etappe 11 von Daun nach Manderscheid 23 km, ca. +700/-730 Hm

Die Tour steigert sich landschaftlich im Laufe des Tages. Plane genug Zeit zum Gucken und für Pausen ein.

Diese Etappe des Eifelsteigs führt gleich an drei Maaren vorbei: dem Gemünder Maar, dem Weinfelder Maar und dem Schalkenmehrer Maar. Maare sind trichterförmige Senken. Sie sind durch gewaltige Wasserdampfexplosionen entstanden, als heißes Magma mit Grundwasser in Berührung kam. In vielen Maaren haben sich Seen gebildet. Sie werden auch die „Augen der Eifel“ genannt.

An den Maaren ist viel Besucherrummel. Ich empfehle, früh in Daun zu starten, damit es an den Maaren noch nicht so voll ist, wenn Du dort vorbei kommst.

Hinter Daun führt der Eifelsteig am Gemündener Maar vorbei und dann steil um Mäuseberg (560 NN) hoch. Von dort hast Du einen sagenhaften Blick auf das Weinfelder Maar (auch „Totenmaar“ genannt) und in die Vulkaneifel. Ein toller Platz für eine Frühstückspause!

Das „Totenmaar“ hat seinen Namen von dem Friedhof und der kleinen Kirche, die früher zum Ort Weinfeld gehörten. Als die Pest dort im 16. Jahrhundert wütete, wurde der Ort aufgegeben. Um das Maar rankt sich auch eine Sage um ein versunkenes Schloss.

Hinter den Maaren wird’s ruhiger. Wir folgen dem Eifelsteig über Feld- und Forstwege, bis wir bei Kilometer 13,5 auf die Lieser treffen. Jetzt wird es richtig schön. Bis Manderscheid sieht und hört man kein einziges Auto mehr. Der Weg führt anfangs durch eine offen, sonnige Wiesenlandschaft.

Nachdem man die Lieser dann überquert hat, geht es überwiegend durch Wald. Auf den letzten Kilometern wird der Weg zu einem wunderschönen schmalen Pfad, der oberhalb des nun engen Tales am Hang verläuft.

 

Tag 2 Alternative: Lieserpfad von Daun nach Manderscheid 17 km, ca. +710/- 780 Hm

Wenn Dir die Eifelsteig-Etappe zu lang ist, kannst Du auch direkt von Daun aus den Lieserpfad nehmen. Du kommst dann nicht an den Maaren vorbei, sondern folgst dem Fluss bis zum Gasthaus Üderdorfer Mühle. Ab dort sind Eifelsteig und Lieserpfad ein und derselbe Weg.

 

Tag 3: Durch das stille Liesertal

Lieserpfad von Manderscheid nach Wittlich 23 km, ca. +1000/-1200 Hm

Auch an diesem Tag folgen wir der Lieser durch ihr stilles, unberührtes Tal. Das hier ist der absolut schönste Teil der Trekkingtour! Hinter dem Ortsausgang von Manderscheid hat man einen tollen Blick auf die beiden Burgen.

Mal auf schmalen Pfaden, mal auf Waldwegen geht es nun durch eine Gegend, in der sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Man überquert unterwegs nur ein einziges Mal eine Autostraße! Das Liesertal ist eng und unwegsam, nur hier und dort hat mal ein Mensch eine Lichtung ins Tal geschlagen oder sogar eine Mühle gebaut. Der Weg ist teilweise sehr schmal und stellenweise etwas ausgesetzt. Besonders bei feuchtem Wetter muss man hier echt vorsichtig gehen.

Auf den letzten Kilometer bis Wittlich wird der Weg wieder breit, die ersten Weinberge tauchen auf, man kommt in eine andere Welt.

Man könnte dem Lieserpfad in einer weiteren Tagesetappe noch bis zur Mosel folgen. Diese Teil ist aber landschaftlich nicht mehr so spektakulär.

 

Verlängerungen

Wenn Du Deinen Aufenthalt verlängern möchtest, empfehle ich Dir, entweder einen zusätzlichen Tag in Manderscheid, oder einen Tag auf dem Felsenpfad bei Gerolstein.

Zusatztag in Manderscheid

Manderscheid sollte eigentlich Wanderscheid heißen, denn es ist ein echtes Wanderparadies. Es lohnt sich, 1-2 Tage zu bleiben, und die Umgebung zu erkunden. So bietet sich z.B. eine Tour zum Meerfelder Maar oder zum Kloster Himmerod an. Auch eine Rundwanderung auf den Mosenberg (einen erloschenen Reihenvulkan) und zum Windsborn Kratersee bietet sich an.

Zusatztag in Gerolstein

Man kann auch schon einen Tag früher in Gerolstein anreisen, und auf dem Felsenpfad die „Gerolsteiner Dolomiten“ erkunden.

Nein, kein Scherz – auch in Deutschland gibt es Dolomiten! Dort, wo heute Gerolstein liegt, gab es vor etlichen Millionen von Jahren ein tropisches Meer mit Korallenriffen, aus denen sich mächtige Dolomitfelsen gebildet haben, die man auf dem Felsenpfad erkunden kann.

Vulkane in der Eifel

Die Vorstellung, dass ich vor gar nicht allzu langer Zeit in der Eifel die Vulkane spuckten, Erdbeben und gewaltige Wasserdampfexplosionen das Land erschütterten und sich glühend heiße Lavströme in die Täler wälzten, ist absolut faszinierend. Wenn Dich das Thema interessiert, findest Du hier weitere Infos:

Ich wünsche Dir eine gute Tour und würde mich freuen, von Deinen Erfahrungen zu hören.

 

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