Trekkingtour Rota Vicentina Fischerweg

Es war Januar. Es war nass und grau in Deutschland. Die Trekkinausrüstung schlummerten im Kellerregal vor sich hin. Ein Zustand, der nur schwer zu ertragen ist. Also, ab nach Portugal! Die Trekkingtour auf der Rota Vicentina – genauer, dem Fischerweg – stand schon seit langem auf meiner Wunschliste. Diese Tour im Südwesten Portugals soll zu den schönsten Küstenwanderungen der Welt gehören. Höchste Zeit, sich dort mal umzuschauen. Wir machten uns zu dritt auf den Weg, sind 9 Tage auf dem Fischerweg gewandert und haben im Zelt und in Hostels geschlafen.

Die Rota Vicentina

Die Rota Vicentina ist ein Netz an Wanderwegen im Naturpark Südwest-Alentejo und Costa Vicentina im äußersten Südwesten Portugals. Möglich sind sowohl Tagestouren als auch mehrtägige Wanderungen. Zur Rota Vicentina gehören zwei Fernwanderwege: der Fischerweg und der Historische Weg. Während der Historische Weg weitestgehend durch das Landesinnere führt, ist man auf dem Fischerweg – wie der Name schon vermuten lässt – mehr an der Küste unterwegs. Dieser Weg verspricht mehr Abwechslung und wird daher von den meisten, die eine Trekkingtour auf der Rota Vicentina machen, bevorzugt.

Der Fischerweg

Der Fischweg ist 226,5 km lang und wird normalerweise in 13 Etappen begangen. Doppeletappen sind möglich, aber heftig. Nachdem ich den Weg nun selbst gegangen bin, rate ich, sich an die vorgeschlagenen Etappen zu halten.

Der Fischerweg beginnt offiziell in S. Torpes, südlich der Hafenstadt Sines, und endet in Lagos an der Algarve. Etappenanfang bzw. -ende sind jeweils kleinere oder größere Ortschaften, in denen man Unterkünfte, Läden und Restaurants findet, und die in der Regel auch mit dem Bus erreichbar sind.

Der Name „Fischweg“ kommt übrigens daher, weil die Einheimischen von der felsigen Küste aus fischen. Wir haben oft Angler auf den Felsen gesehen und uns gefragt, wie um alles in der Welt die da hin gekommen sind, denn die Küste ist steil und schroff. Wie dem auch sei, zumindest dem Wanderer bleibt jegliche Kletterei erspart (mit Ausnahme von 1-2 Stellen), denn der Weg ist im Großen und Ganzen technisch nicht schwierig. Dennoch sollte man eine Trekkingtour auf dem Fischerweg nicht auf die leichte Schulter nehmen, führen doch einige Etappen kilometerlang durch Sand oder weisen knackige Auf- und Abstiege mit bis zu 600 Höhenmetern auf.

Orientierung, Unterkünfte, Essen & Trinken

Die Wanderwege der Rota Vicentina sind hervorragend markiert. Die Website der Rota Vicentina enthält alle notwendigen Angaben zu den Wegen: Etappenlängen, Höhenmeter, Höhenprofile, Schwierigkeitsstufen und eine interaktive Karten mit Unterkünften, Gastronomie und Geschäften (die aber nicht ganz vollständig ist). Und natürlich gibt es GPS-Daten zu allen Etappen. Alles auch auf Englisch und einfach tipptopp gemacht. Zusätzlich kann man eine Wanderkarte aus Papier online bestellen, Maßstab: 1:55.000. Für den groben Überblick ist die Karte okay, im Detail wegen des kleinen Maßstabs aber eher ungünstig, da man Wegbeschaffenheit und Auf- und Abstiege nicht erkennt. Man muss also immer noch das Höhenprofil auf der Website zu Rate ziehen.

Für eine gute Orientierung vor Ort wurde wirklich alles getan. Hierfür ein großes Dankeschön an die Verantwortlichen, denn nichts ist nerviger, als mit voll bepacktem Rucksack durch die Macchia zu irren.

In jedem Ort gibt es Unterkünfte. Hier ist aber etwas Planung vor der Tour sinnvoll, denn in den kleinen Orten dürften Hostels und Pensionen in der Saison schnell voll sein. Ich würde vorab buchen. Im Winter sind manche Hostels und Pensionen geschlossen.

Auf den ersten Etappen gibt es Campingplätze, die selbst im Winter geöffnet sind. Wir haben eine Kombi aus Zelt- und Hostelübernachtungen gewählt. Eine Nacht auf dem Campingplatz lag pro Person zwischen 7,00 und 11,00 €, im Hostel zwischen 12,00 und 18,00 € – wohlgemerkt im Januar. In der Saison wird es teurer. Wildcampen ist im Naturpark ausdrücklich verboten.

Die meisten Etappen haben zwischen Start- und Endpunkt keine Einkehrmöglichkeit, so dass man Essen und vor allem Wasser für den ganzen Tag mitnehmen muss. Das können an heißen Tagen schon mal 3-4 Liter sein.

Verhungern kann man auf der Rota Vicentina nicht. Jeder Ort hat gleich mehrere Bars und Restaurants. Die portugiesische Küche (Fisch, Meeresfrüchte, Iberisches Schwein, Bohneneintopf) ist ausgezeichnet und der Kuchen (Pastel de Nata, Süßkartoffelkuchen, Feige-Schoko, Kokos-Mandel – um nur ein paar zu nennen) einfach nur gefährlich lecker.

Jedes noch so kleine Dorf hat einen Lebensmittelladen, wo man sich gut für ein Picknick eindecken kann und oft auch alle möglichen anderen nützlichen Dinge findet wie Sonnencreme, Gaskartuschen und Wanderkarten. Apropos Gaskartuschen: Verkauft werden (auf Campingplätzen und in den Mini-Mercados) überwiegend Stechkartuschen. Schraubkartuschen scheinen nicht verbreitet zu sein, die würde ich daher schon in Lissabon oder Faro beim Decathlon holen.

Der Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina

Der Naturpark Südwest-Alentejo und Costa Vicentina erstreckt sich über eine Länge von 80 km entlang der Südwestküste Portugals. Die Küste ist meistens schroff und felsig, was für den klassischen Badeurlauber eher unpraktisch ist. Daher blieb diese Gegend vom Massentourismus verschont, und im Naturpark ist es vergleichsweise einsam. Neben der Felsküste sind ausgedehnte Dünenlandschaften, Buchten und Schluchten typisch für die Gegend.

Eine Besonderheit sind Weißstörche, die auf exponierten Felsen an der Küste und im Meer ihre Nester bauen. Das ist weltweit einmalig.

Die Vegetation im Naturpark ist bunt und vielfältig, was wir allerdings im Januar nur erahnen konnten. Angeblich gibt es über 700 Pflanzenarten, von denen viele endemisch und / oder gefährdet sind. Ein Novum war für uns der Erdbeerbaum, aus dessen Früchten Schnaps produziert wird.

Unsere Trekkingtour auf dem Fischerweg

Wir sind in Porto Covo gestartet. Der kleine Ort liegt 10 km südlich vom offiziellen Anfang des Fischerwegs, ist gut mit dem Fernbus zu erreichen und hat einen Campingplatz.

Da wir nur 9 Tage zur Verfügung hatten, konnten wir nicht alle 13 Etappen gehen und haben den südlichen Zipfel bei Sagres abgeschnitten, um noch Zeit für die Algarve Küste zu haben, wo unser Trekk in Burgau endete. Unsere Etappen im Einzelnen:

Porto Covo – Vila Nova de Milfontes

20 km, +200 / -180 Hm

Sandpfade, Strände, Dünen – das beherrschende Thema des ersten Tages war SAND! Wir hatten gehofft, dass der Sand durch den nächtlichen Regen feucht und besser zu begehen sei. Pustekuchen. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als mit sturer Entschlossenheit Meter für Meter durch den Sand zu stapfen, das Meeresrauschen im Ohr und die See immer wieder im Blick. Und dieser Blick entschädigt für alle Strapazen!

Die ersten ca. 2,5 km ab Porto Covo geht es über Sandpfade und am Strand Praia da Ilha entlang bis zur Ruine der gleichnamigen Festung. Von dort folgt der Weg dann über etliche Kilometer einer sandigen Piste durch eine ruhige, fast melancholische Dünen- und Heidelandschaft.

Am wunderschönen Strand Praia do Malhão kommt man wieder direkt ans Meer, und der (immer noch sandige) Pfad folgt einer spektakulären Küste bis zum kleinen Hafen Porto das Barcas. Die letzten 2,5 km nach Vila Nova wandert man auf einem Feldweg. Auch mal ganz schön …

Der Küstenabschnitt zwischen Porto Covo und Vila Nova de Milfontes ist echt einsam. Wir trafen den ganzen Tag über gerade mal eine Handvoll Tageswanderer. Einkehrmöglichkeiten gibt es keine, man muss Essen & Trinken mitnehmen.

Der Ort Vila Nova de Milfontes ist mit seinen rund 5.000 Einwohnern eine ganze Ecke größer als Porto Covo. Es gibt gleich zwei Campingplätze, die auch im Winter auf haben: Parque de campismo Campiférias und Camping Milfontes. Im Ort hat man die Auswahl zwischen mehreren Bars und Restaurants.

Vila Nova de Milfontes – Almograve

15,5 km, + 150 / -130 Hm

Vila Nova de Milfontes liegt am Fluss Rio Mira, und über den muss man gleich am Anfang dieser Etappe rüber. Dummerweise war die kleine Fähre im Winter nicht in Betrieb, so dass wir den Umweg über die Brücke im Landesinnern machen mussten. Immerhin führte der Pfad nach der Brücke durch einen kleinen Wald mit den berühmten Korkeichen.

Die erste Hälfte der Etappe führt über Wirtschaftswegen durch Wiesen, leider ohne Blick auf’s Meer, ist dafür aber wunderbar zu gehen. Ab dem Praia do Brejo Largo geht es dann wieder direkt an der Küste weiter – auf Sandpfaden, wie sollte es auch anders sein …

Der Ort Almograve ist winzig, hat aber zwei Hostels: das Almograve Beach Hostel und das HI Hostel, ein nepalesisches (!) Restaurant, diverse Bars und einen kleinen Lebensmittelladen.

Almograve – Zambujeira do Mar

22 km, +/-200 Hm

Der Tag startet mit … Sand. Auf den ersten 2 km wandert man noch auf einem Fahrweg, danach kommen Dünen, so weit das Auge reicht. Immerhin geht es direkt an der Küste entlang, und die ist wirklich spektakulär.

Hinter dem kleinen Dorf Cavaleiro, in dem es einen Lebensmittelladen gibt, erreicht man den Leuchtturm von Cabo Sardão. Hier kann man die erste Störche sehen, die auf den schroffen Felsen ihre Nester haben.

Hinter dem Cabo Sardão ändert sich die Küste. Die Dünen verschwinden und machen einer dramatischen Steilküste Platz, an der die Verwerfungen und Auffaltungen der Gesteinsschichten sehr schön zu erkennen sind.

Der Fischerweg folgt nun ca. 8 km lang bis Entrada da Barca einem Wirtschaftsweg, so dass man gut Tempo machen kann. Entrada da Barca ist ein winziger Fischerhafen. Logisch, dass es dort auch ein ausgezeichnetes Fisch-Restaurant gibt. Für’s Abendessen waren wir zwar noch zu früh, aber der Kuchen ist definitiv zu empfehlen!

Die letzten 3 km bis Zambujeira geht es leider an der Straße entlang. Der Campingplatz liegt ca. 1 km außerhalb vom Ortszentrum, ist aber ein schöner Platz mit einer Bar, in der im Winter ein warmes Kaminfeuer prasselt. Essenstechnisch können wir den Bohneneintopf mit Tintenfisch (Feijoada de polvo) im Restaurante Estrela do Mar empfehlen. Die Portionen sind selbst für ausgehungerte Wanderer eine Herausforderung!

Zambujeira do Mar – Odeceixe

18,5 km, +/-300 Hm

Eine traumhafte, wenn auch anstrengende Etappe. Vom Sand haben wir uns verabschiedet, dafür geht der Pfad auf und ab – an manchen Stellen sogar recht steil. Die Küste ist wild und einsam, und immer wieder hocken Störche auf den Felsen. Der kleine, versteckte Strand Praia da Amália lädt zur Pause ein. Weiter geht es entlang der Felsküste, durch den kleinen Ort Azenha do Mar, bis die Klippen plötzlich enden und den Blick auf den Strand von Odeceixe und die Mündung des Ribeira de Seixe freigeben.

Die letzten 4 km geht es über eine Asphaltstraße in den landeinwärts gelegenen Ort Odeceixe. Der Campingplatz São Miguel ist ca. 2 km von Odeceixe entfernt. Wer zu faul ist, abends noch den Weg in den Ort anzutreten, dem können wir das Tamrab Thai Restaurant in der kleinen Siedlung São Miguel empfehlen, nur ca. 15 Minuten vom Campingplatz entfernt.

Odeceixe – Aljezur

22,5 km, +/-150 Hm

Die ersten 3,5 km führen über eine Asphaltstraße zurück zur Küste. Dort wandert man eine knappe Stunde entlang der Küste. Der Weg biegt dann ins Landesinnere ab und berührt die Küste nur noch einmal. Ansonsten trabt man den meisten Teil dieser Etappe über Feldwege und Asphaltstraßen durch eine Landschaft, die ein bisschen an Niedersachsen erinnert.

Höhepunkt der Etappe war für uns der Kuchen im Café Museu da Batata Doce in Rogil. Da der Campingplatz von Aljezur ziemlich weit außerhalb vom Ort liegt, haben wir im Amazigh-Hostel übernachtet.

Aljezur – Carrapateira (per Auto)

Da wir aus Zeitgründen nicht alle Etappen gehen konnten und dringend mal einen Pausentag brauchten, ließen wir uns von einer Zimmergenossin aus dem Hostel direkt nach Carrapateira fahren, wo wir den Tag bei Kaffee und Kuchen und natürlich am Strand verbrachten.

Es war etwas schwierig, im kleinen, aber vor allem bei Surfern beliebten, Carrapateira kurzfristig eine Unterkunft zu kriegen. Wir wurden zum Glück über AirBnB noch fündig und landeten in einem liebevoll renovierten Häuschen. Wieder einmal der Beweis, dass sich die Dinge unterwegs schon irgendwie ergeben.

Carrapateira – Vila do Bispo

16 km, +500 / -420 Hm

Wir hätten ja nicht gedacht, dass die Etappe Zambujeira – Odeceixe landschaftlich noch zu toppen ist. Ist sie aber! Der Abschnitt zwischen Carrapateira und Vila do Bispo ist der schönste des ganzen Fischerwegs, das bestätigten uns auch die Einheimischen. Selbst der Regen, der kurz nach unserem Aufbruch einsetzte, konnte unsere Begeisterung nicht dämpfen.

Absolutes Highlight unter den Stränden in der wild zerklüfteten Küste ist die Bucht Praia do Mirouço.

Bis dahin hat der Pfad so einige Höhenmeter gemacht! Hinter der Bucht steigt man auf ein Hochplateau hoch und geht dort oben auf Fahrpisten gemütlich durch eine ausgedehnte und sehr einsame Macchia-Landschaft. Die ganze Landschaft ringsum ist wie aufgefaltet, und man schaut man in die mit dichtem Gestrüpp bewachsenen Täler hinab. Weit und breit kein Haus, kein Mensch, kein Lärm.

Die Etappe endet in Vila do Bispo. Wir sind allerdings vorher abgebogen und über Feldwege in den Ort Raposeira gelaufen, wo wir im Good Feeling Hostel genächtigt haben. Der Name ist Programm. Die Atmosphäre ist familiär, abends wird für alle gekocht und die Hostelgäste (hauptsächlich Surfer) versammeln sich an einem großen Tisch. Unser Mehrbettzimmer hatte sogar eine Heizung. Nach dem Regentag purer Luxus!

Das Cabo de São Vicente haben wir aus Zeitgründen nicht mitgenommen. Die Steilküste ist sicherlich sehenswert, aber die Etappe sah auf der Karte nicht sehr spannend aus. Der südwestlichste Punkt des Europäische Festlandes und die letzte Bratwurst vor Amerika sind uns somit zwar entgangen, aber man braucht ja bekanntlich einen Grund, um wieder zu kommen!

Raposeira – Salema

ca. 17 km, ca. +500 / – 550 Hm

Von Raposeira führt ein ca. 5 km langer Fahrweg zum Strand Praia do Barranco, wo man wieder auf den Küstenpfad stößt. Auf den nächsten 12-13 km geht es in ständigem Auf uns Ab nach Salema, vorbei an Stränden (mal mit, mal ohne Hippies) und durch eine recht einsame und grüne Landschaft. Das Klima ist an der Algarve eindeutig milder, als an der Westküste.

Der Touristenort Salema befand sich noch im Winterschlaf, Bars und Restaurants waren geschlossen. Wir schlugen unsere Zelte auf dem Eco-Camping, ca. 1,5 km außerhalb des Ortes auf. Zum Glück bot die Bar des Campingplatzes kleinere Gerichte an, und wir aßen so ziemlich alles auf, was sie hatten.

Salema – Burgau

6,5 km (bis Almadena ca. 10 km)

Zum Abschied ließen wie es gemütlich angehen und genossen nochmal das milde Klima, die Strände und die Ausblicke über die wunderschöne Küste. Auch im Touristenort Burgau war tote Hose, Häuser, Bars und Restaurants verrammelt, eine trostlose Stimmung. Von Almadena, rund 3 km weiter im Landesinnern, nahmen wir schließlich den Bus nach Lagos.

Anreise

Flug nach Lissabon oder Faro, von dort aus mit dem Fernbus weiter. Wenn man morgens nach Lissabon fliegt, kann man abends in Porto Covo sein. Von der Fernbusstation Sete Rios in Lissabon fahren mehrmals täglich (auch im Winter) die Busse von Rede Expressos nach Porto Covo. Die dreistündige Busfahrt kostet 16,- €. Auch von Lagos zurück nach Lissabon fahren mehrere Busse. Tickets für den Fernbus gibt’s online oder vor Ort am Schalter.

Vom Flughafen Lissabon nimmt man am besten die Metro nach Sete Rios. Metro fahren ist in Lissabon super einfach und stressfrei.

Die einzelnen Dörfer an der Rota Vicentina werden teilweise auch von Rede Expressos oder vom lokalen Busunternehmen EVA Transportes angefahren. Die Busse fahren aber – zumindest im Winter – nicht sehr oft.

Wetter

Wir hatten wettertechnisch alles: Sonne mit Wind, Sonne ohne Wind, Regen mit Wind, Regen ohne Wind, bedecktes Wetter mit Wind und ohne Wind. Mal zogen wir alles an, was wir hatten (inklusive Mütze), mal gingen wir in kurzer Hose und Top. Insgesamt war es viel kühler und regnerischer, als wir erwartet hatten

Das Klima im Südwesten Portugals gilt als recht mild, es kann im Januar bis zu 20°C warm werden. Aber wir haben auch Tage erlebt, an denen die Temperaturen nicht über 12°C stiegen. Dazu ein sehr kalter Wind. In einer Nacht gab es Frost. Ansonsten lagen die Nachtwerte bei 5-10°C. Ein warmer Schlafsack ist ein Muss, wenn man im Januar zelten will.

Die Vicentina-Küste hat definitiv ein raueres Klima, als die Algarve, und oft ist es sehr windig. Die Sonne hat allerdings auch im Januar schon Kraft, so dass man Sonnencreme und Kopfbedeckung immer dabei haben muss. Wenn der Wind weg ist, wird es gleich sehr warm.

Wir hatten auch zwei Regentage. Fazit: Man muss im Januar wirklich auf alle Wetterlagen eingestellt sein.

Terrain & Schwierigkeit

Die Tour ist technisch nicht sehr anspruchsvoll, aber dennoch anstrengend.

Der Fischerweg ist kein durchgängiger Küstenpfad, wie zum Beispiel der Coast Path in Cornwall. Er verläuft nur auf einigen Teilabschnitten direkt entlang der Küste, oft aber auch durch die Dünen und durch das Landesinnere. An der Küste wandert man auf sandigen oder steinigen Pfaden, im Landesinnern auf Wirtschaftswegen, manchmal sogar auf Asphalt.

An der Küste gibt es keinen Schatten, so dass man an sonnigen Tagen ganz gut ins Schwitzen kommt.

Die ersten Tage geht man überwiegend durch Sand, was auf Dauer ziemlich anstrengend ist. Je weiter man nach Süden kommt, desto felsiger wird die Küste, und es geht viel auf und ab. Die An- und Abstiege sind manchmal recht steil, und man muss schon mal die Hände zur Hilfe nehmen. Wanderstöcke sind absolut zu empfehlen. Da der Pfad an einigen Stellen direkt an der Felskante entlang geht, sollte man schwindelfrei sein.

Unsere Gehzeiten entsprachen in etwa denen, die auf der Rota Vicentina-Website angegeben sind – und zwar mit Pausen. Schaut man sich die Gehzeiten an, wird schnell klar, dass man 20 km auf dem Fischerweg nicht mal eben runter läuft. Daher würde ich diesen Trekk auch nicht als Anfängertour empfehlen.

Insgesamt eine herrliche Tour, die uns viel Spaß gemacht hat. Die Landschaft ist beeindruckend, die Menschen sind nett, und das Essen ist super!

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